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No thank you. Really, no thanks. Oh man, fuck off!

Bali. Vier Tage Bali und ich sehe eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Entweder ich mache vier Tage Sightseeing-Stress um das Maximum, wie man so schön sagt, rauszuholen, oder ich begnüge mich vier Tage lang mit mir, Shopping, Strand, Essen, Party, Schlafen, Shopping, Chillen, Essen, Strand…ich entscheide mich frühzeitig für Zweiteres.

Ich habe das Zimmer kaum betreten springt hinter mir ein wasserstoffblondes All American Girl durch die Tür und schreit: Haaaaaaaaaaiiiii, I am Kimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiie. Schönen guten Abend, ich wohne hier wohl auch. Doch man kann nichts sagen, Kimmie ist sehr nett, wirklich nett – nicht wie der kleine Bruder von Scheiße. Und am liebsten redet sie. Immer, die ganze Zeit am schnattern, ein schneller Blick aufs Smartphone, weiter geht’s. Wir beschließen also uns erst einmal zusammen zu tun, was für den nächsten Morgen bedeutet, einen gemeinsamen Singsang aus „Oh my god“, „Unfuckingbelivable“ und „I’ve never seen so much water in my whole fucking life“ anzustimmen – ja, es regnet. Nein, ich möchte korrigieren: die Niagarafälle sind über Bali hinweggezogen. Das finde ich aber nicht weiter schlimm, das zwangsentschleunigt! Und um die Entschleunigung perfekt zu machen, beschließen wir gegen Mittag, dass es Zeit für eine Massage ist. Die lange Blonde –in diesem Fall Kimmie- checkt die Bewertungen im Netz, Schirme werden aufgespannt, Schwimmflügel angezogen, nur 7min sagt Google. Wir schwimmen also los, das Wasser steht bis zu den Knöcheln auf der Straße, es geht nur mit Flipflops, alles andere wäre sofort durch, nur spritzen die beim „schlappen“ wunderbar das Wasser bis zum Hintern, ergo ist dieser nach circa 3 Laufmetern durchnässt; ein Glück ist meine Hose weis! Wir schlendern, hopsen, waten also die hoch frequentierte Einbahnstraße mit den zahllosen Straßenshops und Souvenirbuden, Mini-Markts und Surfshops entlang, mit dem ständigen Klang im Ohr: „How are you. Yes please, wanna look. Good price, good price. Very cheap.“ Bereits jetzt tun sich die kulturellen Abgründe zwischen Amerika und Deutschland auf. Kimmie hat für jeden einzelnen Straßenverkäufer ein: „Fine, thanks how are you today. Oh no, we don’t need anything. Thank youuuuu.“ übrig. Ich habe meine Reaktion nach circa 10 Shops aus ein nuscheln von „No, thanks.“ reduziert und empfinde sogar da noch als zu viel. Die Frau hat meinen Respekt.

Wir folgen ganz brav der Googleanzeige auf dem Handy, jetzt links, dann geradeaus und eigentlich müsste es genau hier sein: Wir stehen vor einer Maur die ein brachliegendes Stück Land eingrenzt! Nur nicht entmutigen lassen, liegt bestimmt an uns, einfach mal fragen. 95% der Befragten verstehen unser Anliegen leider garnicht und möchten uns lieber etwas verkaufen, ein einziger erklärt uns, dass wir in der falschen Straße seien. Also doch, nochmals ums Eck geschwommen…wir stehen vor einer Vielzahl von Shops; Handys, Tattoos, Krimskrams, Nippes, Essen, mehr Tattoos, aber kein Spa! Und wenn, dann nicht das, das wir suchen. Wir schlendern also noch ein bisschen, versuchen krampfhaft besagte Massage zu finden, nach mittlerweile 40min und keinem trockenen Stück am Leib, laufen wir am 1200sten Ramschladen vorbei, mit dem 1200sten: hey, hello, wanna buy, wanna buy, lady, look, look, bleibt Kimmie gewohnt ruhig mit einem No, thanks, we are fine, have a great day. Wir diskutieren weiter was zu tun ist, der Typ spult seinen Text wieder ab. Mit amerikanischer Freundlichkeit und leichtem Nachdruck sagt sie: „No, we really need anything, thanks.“ Das Spiel geht weiter, wir versuchen unsere Lage zu umreisen und dringend zu verbessern, als der geschäftstüchtige junge Herr immernoch seinen Text aufsagt und selbst meiner überhöflichen Bekanntschaft der Kragen platzt: „Oh man, fuck off!“ Alle sind still, alle haben große Augen, sogar Kimmie, dann gehen wir einfach weiter, haben schnell ein anderes Spa gefunden und lassen uns für je 6EUR eine Stunde von oben bis unten durchkneten…hart verdient, aber unverschämt gut! Danach gönnen wir uns erstmal ein paar Froschschenkel und ein Goldfischglas voll mit einem Cocktail…zur weiteren Beruhigung der Nerven natürlich.

 

 



9.2.16 12:59
 


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