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KL. Zwischen Rohöl und Indianer Jones

Wie einige asiatische Großstädte die ich bereits kennenlernen durfte, ist auch KL ein wilder Mix aus Tradition und Moderne, usselig und chic, sehr groß und sehr klein, bunten Märkten und kolonialem Baustil.

Streift man durch Chinatown, könnte es in den engen Gassen, vollgestellt mit Verkaufsständen von echt gefälschten Markendingen, über lokalem Krimskrams und Chic, bis hin zu nie gesehenen Elektronika und Dingen, die die Welt vielleicht doch nicht braucht, nicht authentischer zugehen. Würde man mir sagen, es ist Shanghai – ich würde es nicht konsequent verneinen. Dazu kommen natürlich die ganzen Fressstände, chinesischen Zeichen und die Chinesen, die in ihrer doch recht eingänglichen Landessprache über die Verkaufstische hinwegschreien. Zwischen Wellblechbehängen und chinesischer Nudelsuppe fühle ich mich doch einfach ein bisschen zu Hause…

   

…weiter geht’s mit der Monorail (besser bekannt als Einschienenbahn) zum KLCC Park – zu den berühmten Petronas Twin Towers. Wie in allen nur verfügbaren Ecken ist selbstverständlich auch hier unten ein riesiges ShoppingCenter integriert. Selbst im Bahnhof, Flughafen, einfach zwischen drin: monströse, bestens klimatisierte und mit Kunden vollgestopfte Shopping Malls alla Asien eben. Doch zurück zu den Türmen, zurück zum Rohöl. Standesgemäß, wenn man dann schonmal hier ist, buche ich die Tour, einmal hoch in den 41ten Stock für den Skywalk, dann geht’s weiter in den 86ten zur Aussichtsplattform. Und das ist schon stark beeindruckend – man kann fast bis nach Hause schauen. Und hier wird es klar: moderne Hochhäuser, indische Tempel, kleine Baracken, muslimische Moscheen, viel tropisches Grün, Züge dazwischen, Autos, Motorroller und ganz am Ende: Natur, Wald, Felsen. Alles zu sehen von einem, naja eigentlich zwei Gebäuden aus, die NUR mit Rohöl und artverwandten Firmen vollgestopft sind. Mitarbeiterzahlen im fünfstelligen Bereich, bis unter’s Dach mit dem besten Hightech ausgerüstet…

     

…zurück zur Natur, zurück zu den Felsen. Nur eine halbe Stunde Zugfahrt entfernt liegen die Batu Caves. Hier findet man mehrere Hindu-Tempel und sehr viele Inder auf einem Haufen, die sich in einer Indianer Jones Szene bewegen zu scheinen. Ankunft am Bahnhof: Lärm! Ohrenbetäubend! Ich steuere geradewegs in einen indischen Markt hinein, der voll, heiß, stinkig und laut ist – und das auf eine Art, die ich nicht kenne, denn Indien ist nicht mein Fachgebiet. Also hinein beziehungsweise durch, um an den Ort der Begierde zu kommen. Die Farben scheinen sich nahezu zu überschlagen, tragen doch alle Frauen diese tollen, langen und vorallem farbenfrohen Gewänder! Dazu kommen die ganzen Stände, einige verkaufen Bollywood-Musik – und das hört man. In einer unfassbaren Lautstärke dröhnt es aus den Lautsprechern, die dem Sound kaum standhalten und durch Knarzen und Krachen im Hintergrund ihr Leid kundtun. Die Gerüche ist meine Nase leider so garnicht gewohnt, was meinen Schritt versucht zu beflügeln, jedoch zu viele Menschen. Vielleicht zu viel Curry, vielleicht zu viel Frittiertes, einfach zu Indien für mein chinesisches Näschen. Ich tat mein bestes weltoffen zu sein, doch bei 38Grad und brennender Sonne, wehrte sich mein Instinkt vehement gegen open minded, nur weg. Doch schließlich geschafft: Eine richtige indoor Höhle mit diversen Szenen aus der Hindu-Lehre wartet auf mich, daneben 272 Stufen hinauf in eine recht offene Höhlenkomposition, gespickt mit diversen kleinen Tempeln. Es sieht ungelogen aus wie eine Szenerie aus Indianer Jones; mir wurde nicht zu viel versprochen. Die Höhe und Felsformationen sind schwer beeindruckend und lenken fast von den bunten Tempeln ab. Der Hinduismus ist definitiv bunter als wir, bunter als alles was ich bis dahin kannte. Und es scheint mir alles sehr friedlich. Auch wenn alle wuseln und unfassbar viele Menschen auf einem Haufen anzutreffen sind, sie wirken ruhig, gelassen und friedlich. Ich setze mich in der größten Höhle oben auf die Treppenstufen und beobachte einfach eine halbe Stunde lang die Szene. Sitzen, schauen, sitzen, schauen…den Weg zurück durch den Markt nehme ich schon viel gelassener. Vielleicht ist ja doch was dran, an anderen Religionen, oder einfach an der Magie mancher Orte.

       

Alles in allem ist KL soweit ein ziemlich bunter Haufen, doch sehr viel religionsgetriebener als die asiatischen Großstädte, die ich bis dato kenne. Starke muslimische Einflüsse sind überall zu sehen, auch die Buddhisten sind weitläufig vertreten, andere Religionen kaum sichtbar. Und man muss sagen, dass dies schlichtweg sehr sichtbare Religionen sind: Über die bunten Gewänder hatten wir ja bereits gesprochen, doch auch sehr viele verschleierte Damen sind hier anzutreffen; mal mehr mal weniger, mal kann man erahnen was oder wer dahinter steckt, manchmal definitiv nicht. Und ja, man fühlt sich als Europäerin  -und gerade als aktuell blonde- doch recht stark beobachtet…aber meine asiatische Begleiterin findet das höchst amüsant, also ich besser auch.

 

3.2.16 11:35
 


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