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Widersprüche, Mischmasch, Gegensätze, Kauderwelsch.

Schon aus seiner Historie heraus überrascht es nicht, dass Malta - war es doch schon von so vielen fremden Mächten besetzt und unter deren Einfluss - ein fröhliches Potpourri an sich und in jeglicher Hinsicht ist. Und doch ist man zeitweilig von den Widersprüchen und Gegensätzen überrascht…

Widersprüche. Die Malteser sind katholisch. Erzkatholisch. Gläubig bis über beide Ohren, immer brav in die Kirche rennen, beten wann und wo es nur geht. Scheidung ist erst seit wenigen Jahren erlaubt, Homosexualität immer noch verpönt. Kurzum: Der Vatikan ist ein liberaler, entspannter Haufen. Doch wehe, wenn sie losgelassen. Trotz aller schönen Heiligkeit und Verklemmtheit, wenn die Malteser feiern gibt es kein Halten. Wenn mal wieder eine Festa für eine Schutzheilige auf einem Dorfplatz ansteht, dann wird „katholisch“ gefeiert was das Zeug hält. Nicht nur, dass alle sternhagelblau sind, nein, die jungen Damen rennen auch schonmal oben ohne rum und preisen dabei die ganze Palette der Heiligen. Gerne ist man in Sachen Einstellung bis obenhin konservativ zugeknöpft, wenn man ausgeht doch im Gegenteil. Man kann hier tendenziell von Glück sprechen, wenn die Damen etwas tragen, was als mehr als ein breiter Gürtel durchgeht und man bei uns Damen in diesem Outfit nicht nur in Rot beleuchteten Vierteln findet.

Mischmasch. Malta und seine Architektur ist ein fröhlicher Mischmasch von arabischer Geradlinigkeit, akkuraten hellgelben Steinrechtecken, die sich penibel aufeinander stapeln, und andererseits mediterranen Schnörkeleien, Eingangsbögen und Wäscheleinen über Straßen. Und diese Straßen sind oftmals herrlich schmal und verwinkelt, klein und gemütlich. Durch den gelben Lemonestone werden sie in ein warmes gold-gelb getaucht, dass jeden blauen Himmel noch viel blauer und strahlender erscheinen lässt. Dazu kommen die farbenfrohen Erker, Eingangstüren und Fensterläden, die wir ja bereits aus früheren Beschreibungen kennen. Das alles schafft ein Stadtbild und ein Gefühl eines arabisch-mediterranen Mischmasch in dem man sich sofort wohl und zu Hause fühlen muss. Persönlich erinnern mich viele Städtchen an die auf Mallorca, heimelige steinerne Örtchen die so vieles vereinen und doch einzigartig bleiben.

Gegensätze. Auf Malta und seiner Tochterinsel Gozo gibt es tolle frische Produkte wie Kapern, Oliven, Tomaten, Auberginen, alle Kräuter dieser Welt, Salz, frischen Fisch und so vieles Schönes mehr. Dazu ein wenig frisches maltesisches Olivenöl, mit ein wenig Knoblauch auf ein geröstetes Brot gepackt. Fantastisch. Und dann: dann hauen die lieben Malteser Chips was geht on top! Ob das unter den Chips eine klassische Speise ist? War sie vermutlich für die meisten mal. Heute essen leider viel zu viele Malteser Burger und anderes Fast Food, Fertigprodukte und Co, dazu immer gerne eine Tüte Chips… Das kleine Völkchen hat so großartige Produkte direkt vor der Haustür und isst doch immer mehr Ami und UK Produkte und wird fetter und fetter. So ist es eben. Jede Besetzungsmacht hat eben nicht nur Gutes und Positives hinterlassen. So bewegt sich die kommerzielle maltesische Küche heute in einem Gegensatz zwischen frischen Leckereien und geschmacksbefreitem Fertigfutter. Welch ein Glück, dass meine Vermieter -ich nenne sie lieber Freunde- nur frisch kochen und das so lecker, dass ich hier sicherlich nicht vom Fleisch fallen werde – auch wenn es selbiges kaum gibt, da Alex Vegetarierin ist. Doch ich bin begeistert, was man auch ohne Fisch und Fleisch so alles zaubern kann! We love authentic maltese food!

 

Kauderwelsch. Wie bei scheinbar allem, so ist es auch ein herrliches Durcheinander in der maltesischen Landessprache. Tatsächlich durch die vielen Einflüsse und Besetzungsmächte geprägt, existieren im Maltesischen, das sich überwiegend aus arabischen Sprachen speist, auch Wortableitungen aus dem Italienischen oder Französischen. So lässt sich beispielsweise das Wort Grazzi für Danke oder Skola für Schule leicht aus der italienischen Sprache ableiten, oder das Wort Bongou für Guten Tag aus dem Französischen. Die Schreibweise an sich erinnert aber an den starken arabischen Einfluss und ist für unser Auge, wie auch die Aussprache für unser Ohr recht ungewohnt. Insgesamt ein fröhliches Kauderwelsch, das aber ein, in meinen Augen sehr sympathisches Bild des Durcheinanders, auf dieser Insel, ja eigentlich diesem Land abrundet.

 

9.1.16 15:57
 


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