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365 Tage Beten. 365 Farben in den Straßen. 1 Verfolgungswahn.

Malta. Endlich da, letzte Station, südlicher geht’s nun nichtmehr. Malta. Eine kleine Insel und doch ein ganzes Land. Malta. Weniger Einwohner als Nürnberg, doch ganz groß in Sachen Kirchen. Und tatsächlich gibt es auf Malta mit seiner Tochterinsel Gozo sage und schreibe 365 Kirchen! Nicht nur, dass die Einwohner hier an jedem Tag des Jahres in eine andere Kirche zum Beten gehen können, auch müssten sie die Kirche mit nur 1.160 anderen teilen, sollten doch mal alle gemeinsam zum Herrn gehen. In Deutschland müssten wir im Gotteshaus immerhin mit 1.687 weiteren Gläubigen rechnen. Schließlich konnte ich mir aber doch nicht die Frage verkneifen, was man eigentlich in Jahren wie 2016, also am 366 Tag mache…sie ist noch unbeantwortet. 
Und wo wir schon bei den Kirchen sind, kommen wir endlich auch mal zu Sagen und Mythen. In unserem Dorf steht eine kleine Kirche direkt neben einem großen Erdloch. Die Nachbarin erzählt, dass es entstand, als es hier vor vielen Hunderten von Jahren ein Erdbeben gab und die ganze ungläubige Gemeinde, bis auf eine betende Frau in der Kirche, zu Tode kam. In der Version von Philip, meinem Vermieter, bleibt die gläubige Dame betend in der Kirche, nur war in dem bereits vorhandenen Erdloch ein kleines Dorf mit ungläubigen Anwohnern. Eines Tages kam der Teufel, streckte die Hand aus und holte alle Ungläubigen aus dem Dorf in die Hölle -  nur die betende Frau nahm er nicht mit, denn die war ja noch in der Kirche. So oder so, es lebe der Glaube auf Malta. 
Und weil es so schön ist: An den großen Kirchen gibt es immer zwei Uhren. Eine läuft korrekt, eine steht. Immer zwischen halb und dreiviertel Zwölf. Wieso? Mir wurde von einer alteingesessenen Malteserin glaubhaft versichert, dass der Teufel immer um Punkt 12h kommt. Auf diese Weise denkt er, es sei noch nicht 12h und bleibt somit für immer fern.

Von den 365 Kirchen nun zu den 365 Farben in den Straßen. Auf Malta gibt es ganz großartige, in allen nur denkbaren Farben gestrichene Erker. Sie treten meistens in Scharen oder im Rudel auf, selten einzeln, aber auch dann sehr imposant und doch heimelich. Perfekt abgerundet werden die Erker oftmals durch passende Arrangements der Tür und Fensterläden. Ausnahmsweise gibt es hier nicht mehr zu sagen. Die Farben und das Flair sprechen für sich, ein Klassiker, den man in keinem Stadtbild missen möchte. So schön bunt und so schön gemütlich.

 

Doch einen Verfolgungswahn bietet mir die Insel bei aller Gemütlichkeit vom ersten Tag an. Nun ja, wenn man genau ist: Zwei. Überall, aber wirklich überall ist eine Abwandlung meines Vornamens zu finden. Ob nun als Katrina, Katerin, Katerina, Katherina…sei es als Schutzheilige der Stadt, der Name einer Kirche, der Straße, des Zeitungsladens an der Ecke oder als Tattoo, den Rücken einer Frau zierend. Kein Tag, kein Ort, keine Begebenheit ohne eine Namensverwandtschaft -  für meine Vermieter natürlich ein gefundenes Fressen mich entsprechend oft auf die Schippe zu nehmen. Und wenn du denkst, dass es jetzt eigentlich nicht mehr absurder werden kann, dann begegnest du ihr. Der herb-süßen Limonade, die ein wenig aussieht wie Cola und schmeckt wie eine Fusion von Tonic Water und Fanta. Die den Durst perfekt stillt und mit Gin sicherlich die optimale Mischung abgeben würde. Und sie trägt keinen geringeren Namen als KINNIE. Wer jetzt noch bezweifelt, dass ich auf diese Insel gehöre, den muss ich wohl mal ins Gebet nehmen…für 365 Tage!

 

 

 

29.12.15 21:40
 


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