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Unerhörtes und Bemerkenswertes von und mit dem Maulwurf Part IV

Auf und nieder, immer wieder und dann noch ein bisschen im Kreis. So, oder so ähnlich geht es mir bei unseren Entdeckungstouren auf Sizilien durch den Kopf.

Das Unerhört natürlich vorweg, meine Leser gleich an dieser Stelle sensibilisieren. Also auf Sizilien nimmt man das mit den öffentlichen Verkehrsmitteln etwas anders als bei uns in Deutschland, auch wenn wir uns gerne über den Freund DB beschweren. Sonntags geht hier so gut wie garnichts, auch an Feiertagen pflegt man hier lieber den Stillstand -  gut nur, dass beides in unserem Aufenthalt liegt! Wir pflegen an diesen Tagen also das Busfahren, denn die U-Bahn fährt garnicht und wir pflegen das Warten auf den Zug, denn der fährt jetzt noch seltener als sonst. Wir pflegen schlicht unfreiwillige Entschleunigung…

Taormina.

Ihrem Naturell entsprechend folgt meine Reiseleitung mal wieder Spuren verstorbener Dichter und Denker, wie immer bevorzugterweise deren Goethes. Also rein in den schwer zu ergatternden Zug und ab nach Taormina. Soweit, so gut. Wir genießen einen wunderbaren Ausblick über’s Meer, denn die Strecke liegt direkt an der Küste und die Sonne scheint uns auf die Barthaare. Also mir. Der simplen Logik folgend kommen wir mit der Bahn auch auf 0m ü.N. an…schade nur, dass das angestrebte Örtchen auf 204m ü.N. liegt. Also schade für die Chauffeuse, denn ich genieße hier den Ausblick ja nur aus dem Rucksack, für die Fortbewegung ist schließlich sie zuständig. So tingeln wir los, brauchen auch nur gefühlte zwei Stunden, da wir nach jedem Höhenmeter stehen bleiben müssen um neue Bilder aus vermeintlich neuen Blickwinkeln zu schießen. Schließlich und endlich erreichen wir doch den Ort, das Örtchen, die schmalen Gässchen alla Venedig, in den Berg gebaut, was auch die Erkundung Taorminas selbst zu einem fröhlichen Auf und Ab gestalten. Und trotz des ganzen Plagens und Schwitzens, es ist jeden Meter wert; der Ausblick entschädigt alles. Dazu strahlend blauer Himmel, fast zu gut. So gut, dass die Reiseleitung kurzer Hand beschließt, sich aller möglichen Klamotten zu entledigen, wobei die Ballerinaschühchen an sich schon kaum erwähnenswert sind in ihrem Umfang, um sich dann geflissentlich in der Sonne zu grillen. Zur Verwirrung aller Einheimischen! Für die ist jetzt Winter, hier trägt man Stiefel, gerne mal eine Übergangsjacke, oder bei Bedarf schonmal den Pelzbesatz. Auch wenn wir bemüht sind, in der Regel nicht übermäßig als Touristen aufzufallen – heute tun wir es! In unserem kleinen Universum ist jetzt Sommer, in deren ein angenehmer Wintertag. Der Abstieg von einem wirklich bezaubernden Örtchen, das mit gemütlichen Gässchen und einem atemberaubenden Ausblick brilliert, fällt dann allerdings in die Kategorie: Wanderschuhe bevorzugt. Wie erwähnt tragen wir Ballerinas. Einer Abkürzung zuliebe nähern wir uns über Stock und Stein wieder dem kleinen Bahnhof mit dem perfekten Meerblick, der ganz herrlich an einstige Eisenbahnromantik erinnert. Die Bahn hat natürlich Verspätung – wenigstens etwas, auf das man sich auch auf Sizilien verlassen kann!

 

 

Ferrovia Circumetnea.  

Scheinbar stehen wir jetzt auf Eisenbahnromantik, denn wir unternehmen schon wieder einen Ausflug mit dem Zug. Diesmal aber mit einem besonders romantischen Schmalspurexemplar, das an allen Ecken und Enden Rattert und Knattert. Wie der Name der Tour vielleicht schon vermuten lässt, tuckern wir heute einmal um den Ätna, einmal ihre Majestät von allen Seiten betrachten, checken, ob auch noch alles da ist. Bei strahlend blauem Himmel und keinem Wölkchen starten wir die Rundreise und frönen einem gigantischen 360°Anblick mit seinem tosenden und prustenden Mittelpunkt. Planmäßig steigen wir einmal um, in ein noch romantischeres Exemplar, um dann wiederum gesagt zu bekommen, dass wir die letzten Kilometer mit dem Bus zurücklegen müssen. Zu fragen warum, hätte sicherlich wenig Sinn. Soviel Einsicht in die vorherrschenden Verhältnisse haben wir bereits. Wir verwerfen das also und fragen uns lieber wie, wann und vorallem wo! wir einen entsprechenden Bus auftreiben könnten, wie viele Stunden und Nerven es kosten könnte sich durch ein, für Nichtsizilianer undurchschaubares Nahverkehrsnetz  zu wühlen. Auch wenn ich in selbigem, ausnahmsweise mal MEINEM Naturell entsprechend, ganz gut bin. Fragen über Fragen, deren Antwort mit einem wartendem Bus gegeben wird, zu welchem wir vom Schaffner persönlich begleitet werden, Stabübergabe an den Busfahrer, wir steigen ein, nur wir, die Reiseleitung und ich – so lobe ich mir das, das ist noch Service. Wenn sie denn mal Arbeiten die Sizilianer, dann anscheinend für jeden einzelnen Kunden und jeden einzelnen Maulwurf!  

Ein Fazit: Sizilien ist nicht Italien. Doch mindestens genauso eigen, mindestens genauso erkundenswert. Gesehen habe ich zu wenig, das gilt es nachzuholen. Doch es ist ein leckeres Fleckchen Erde mit freundlichen Menschen, die zwar kein Englisch, dafür aber ein inspirierendes Kauderwelsch aus Italienisch und Spanisch sprechen. Bis dato bin ich noch nie so gerne, und mit einem so atemraubenden Ausblick Zug gefahren. Wer die  Möglichkeit hat, sollte ein paar Euros in die Strecke zwischen Messina und Catania investieren! Die Maffia habe ich nicht getroffen, vielleicht waren sie aber auch einfach klug genug mich zu meiden.  

21.12.15 15:26
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


JacekKl / Website (11.8.17 02:50)
Dzięki! Świetny artykuł, nie zawsze trafi się podobna perełka. esencjafilmu.pl

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