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Catania. Stadt der 1000 Märkte. Stadt der 1000 Snacks. Stadt der 1000 Autowerkstätten.

Ich bin in Italien und doch definitiv auf Sizilien. In der von mir erwählten Stadt Catania finde ich genau das, was ich jetzt brauche: wundervolle Bedeutungslosigkeit. Ein schönes südländisches Städtchen, größtenteils schon in die Jahre gekommen, etwas abgelebt, nicht mehr ganz frisch. Doch das macht nichts. Es hat Charme, eine Seele, ein buntes chaotisches Treiben alla Italia, das mir hier, warum auch immer, absolut liegt.

Auf Anraten meines Vermieters schlendere ich also los, in die città. Weit ist es nicht, wir sind praktisch mittendrin. Auf Empfehlung wage ich mich auf den Samstagsmarkt, auf dem es nichts gibt, was es nicht gibt. Fleisch, Fisch, Obst, Gemüse. In allen Farben und Variationen. Düfte aller Art steigen einem in die Nase. Frische Meeresfrüchte wie Muscheln, Austern & Co hinterlassen einen leicht salzigen Geruch, gefolgt von Süßspeisen aller Art wie mandeligen Amarettini, hin zu zuckersüßen Cannoli, zu einem leichten Anisgeruch der Selleriebauern. Violetter Brokkoli türmt sich neben kräftig dunklen Auberginen und grasgrünen Paprika. Frischer Fisch aller Größen, gleich neben dem Fleischer, der sein Beil mit Begeisterung schwingt. Doch glaubt man den einen Markt verlassen zu haben, biegt man um die Ecke um in den nächsten zu fallen. Von Weihnachtsdekoration über Vorhänge, hin zu echt gefälschten Sneakers, ein paar Gürtel für den Herren und ein Kleidchen für die Dame. Catania und seine Gassen sind ein buntes Sammelsurium an allerlei Leckereien und Nippes, Krusch und Kram. So verschländert sich der Tag recht angenehm…

      

…doch zur Stärkung muss was Authentisches her. Auf beste Empfehlung von Raffaele suche ich die Arancine Bar am Platz und werde fündig. Arancine. Eine Kugel Reis mit wahlweiser Füllung von Ragù, Spinat, Schinken, einfach nur Butter oder auch schonmal Pistazie. Das ganze goldgelb frittiert, im Großen und Ganzen einer Orange ähnlich. Der Namensgeberin. Ich entscheide mich für Catanese, das scheint mir das Authentischste. Und dann? Die Offenbarung. Alle Speisen, die aktuell auf meiner Henkersmahlzeitenliste stehen sind Geschichte. Durchzogen mit geschmolzenem Käse, Kräutern aller Art, ein bisschen Tomate, dazu Aubergine, noch mehr Kräuter und eine große Prise Pfeffer. Dazu die krosse Außenhaut, getränkt mit Öl und Semmelbröseln runden die kleine perfekte Köstlichkeit ab. Ich habe viele probiert, ihnen allen eine Chance gegeben. Doch hier in der Pasticceria Savia sind sie schlicht das große Wow! Wo hier die 1000 ins Spiel kommt? Ich bestelle mir dazu ein Glas Prosecco. Und eben eine Arancine. Was ich bekomme? Ein Glas Prosecco, meine Aranice Catanese und eine vielseitige Auswahl an allerlei Knabbereien und Knuspereien. Ich beobachte diesen, mir viel Freude bereitenden Trend daraufhin so ziemlich überall. Soviel zum Apero(L)cena. Ein Aperol reicht, das Cena kommt hier von ganz allein dazu.

 

Und geht man so weiter, streift durch die Straßen, bevorzugt ein wenig abseits von Chic und Schön, fällt einem besonders ins Auge, dass es Unmengen an Autowerkstätten gibt. Also nichts sonderlich Professionelles, nichts geräumig Großes, in den meisten Fällen vermutlich noch nicht mal was Offizielles. Davon aber viel. Wozu? Die Frage verwirft man bei einem Blick auf die Autos, die hier so um die Ecken brausen. Ich möchte behaupten, dass die Autos, die in Deutschland weniger als einen Teilschaden aufweisen würden, hier an einer Hand abzuzählen sind. Hier fehlt eine Fronschürze, dort das halbe Heck, gerne auch mal ein Kotflügel oder schlicht eine eingedellte Tür, Kratzer im Lack soweit das Auge reicht. Kurzum: es gibt hier definitiv einen Markt für alle 1000 Werkstätten.

 

12.12.15 18:24
 


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