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Rom. Das Ende in drei Akten. Nichtstun. Warten. Ungeduld.

Nicht auf der Flucht, dennoch mit der festen Absicht Rom nun zu verlassen, lande ich vor verschlossenen Türen. Den Türen der U-Bahn. Man habe sich kurzfristig entschlossen nichts zu tun, nicht zu arbeiten, weder U-Bahn noch Bus. Ein Rückschlag. Als mein Telefon dann noch beschließt, dass es kein Netz findet, steigt die Freude. Schließlich erreiche ich über ein geliehenes Handy meinen Vermieter Valerio, der mich an der Station abgesetzt hatte und aufgrund der Nachrichten im Radio bereits auf dem Rückweg zu mir ist. Halleluja, danke! Also wieder rein ins Kistlein, dessen Fassungsvermögen mit der Anwesenheit meines Rucksackes abermals jäh an die Belastungsgrenze stößt, und ab zum Bahnhof. In Rom läuft es wohl nicht wie in Deutschland, Streiks werden nicht angekündigt, sie sind einfach da. Und zu aller Spaß hat die Stadt darüber hinaus beschlossen, dass alle Autos mit einer bestimmten Endung am Nummernschild auch nicht fahren dürfen. Wir sind nicht betroffen und sausen dem Bahnhof entgegen. Nach einer zweiten, noch herzlicheren Verabschiedung hüpfe ich in den Zug Richtung Flughafen.

Hier angekommen, mit viel zu großer Verspätung, höflich aber nachdrücklich zum Check-In vorgedrängelt und just 5 Minuten vor Boarding am Gate – Flug vermutlich gestrichen! Danke Rom. In diesem Fall aber danke Ätna, der spuckt ein bisschen, daher ist der Zielflughafen aktuell gesperrt. Circa 7 Mal in den kommenden 30 Minuten wird der Flug gestrichen und verschoben, gecancelled und verlegt. Und was tue ich? Klar, warten. Doch dann bemerke ich etwas Interessantes. Warten sie doch sonst so gern, die Römer, sind sie hier umso ungeduldiger. Bereits vor dem ersten geplanten Boarding stehen alle mit den Hufen scharrend vor dem Gate, drängeln und schupsen. Abwechselnd wird zur Servicedame gepilgert und seinem Unmut Luft gemacht. Eine pöbelnde Masse voller Ungeduld. Ich bin erstaunt. Kein dolce fa niente, kein resigniertes Warten, es wird der ungeduldige Aufstand geprobt. Ausnahmsweise bin ich es mal, die den letzten Akt ruhig angeht, sich in Geduld übt und schlummert. Ja Rom, ich habe gesagt, ich habe eine Ewigkeit Zeit dich zu erobern. Das habe ich getan. Jetzt habe ich auch ewig Zeit dich zu verlassen. Und auch das werde ich tun. Mit zwei Stunden Verspätung entlässt mich die ewige Stadt aus den steinernen Fängen. Danke Rom, schön war’s - trotz aller Differenzen. Und nun von der Ewigkeit hinüber zur Mafia…

EIN FAZIT: die ewige Stadt, aber nicht ganz die meine. Zweifelsohne wunderschön, doch es fehlt mir die Schönheit der Bedeutungslosigkeit. Einfach sagen: Oh, das ist schön, das gefällt mir. Nicht recherchieren zu „müssen“, was dort Wichtiges passiert ist. Und doch muss man hin, es ist beeindruckend, unvergleichbar. Eben Roma. A presto.

8.12.15 23:31
 


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